Von uns Nordlichtern sagt man oft, wir seien etwas unterkühlt, zurückhaltend und wortkarg. Das mag ruhig zutreffen, aber es gibt Dinge im Leben, über die kann ich nie zu wenig Worte verlieren. Dazu gehört Schach. Ich bin Andreas, bin 27 Jahre alt und komme aus Bremen. Bremen ist meine Heimat, doch mein Herz ist woanders zu Hause: Die acht-mal-acht Felder eines Schachbretts bedeuten mir alles in meinem Leben. Nordisch zurückhaltend müsste ich sagen, dass Schach mein Hobby ist, aber ich bin überzeugt, dass meine Leidenschaft für den Denksport viel tiefer geht.

Wie alles begann

Wie alt ich war, als mir mein Großvater das Schachspiel beibrachte, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass es mich seither nicht mehr losgelassen hat. Statt wie andere Kinder draußen auf dem Bolzplatz einem Ball hinterher zu jagen, versuchte ich wie einst Dr. B. in Stefan Zweigs Schachnovelle berühmte Partien nachzuspielen und Lösungen zu finden wie die besten Schachspieler der Welt dazu in der Lage sind. Zugegeben, von der Schachnovelle erfuhr ich erst später, aber gewisse Ähnlichkeiten waren bestimmt da.

Die Faszination beim Schach

Schach ist extrem einfach. Natürlich ist es schwer, jemanden davon zu überzeugen, denn viele Leute denken beim Schach wohl sehr schnell an Mathematik und an Gedankengänge, denen nur wenig folgen können. Doch Schach ist wirklich recht einfach. Man braucht ein Brett und Figuren, dann kann das Vergnügen losgehen. Wichtig ist dabei, dass man stets offen dafür ist, neue Strategien zu erlernen. Für die allermeisten Anfänger beginnt das Spiel mit einer wenig durchdachten und doch als mutig interpretierten Eröffnung und endet auf unerklärliche Weise sehr schnell mit zahlreichen Verlusten und einem König, der sich nicht mehr schützen kann.

Es braucht Geduld und Strategie

Wer nach einer, zwei oder drei Niederlagen nicht einfach das Brett in die Ecke wirft, sondern geduldig dranbleibt, funktionierende Strategien beibehält und die Konzentration hoch halten kann, bringt es beim Schach richtig weit. Die Vermeidung unnötiger Risiken und die Geduld, auf einen Fehler des Gegners zu warten sind absolute Schlüssel zum Erfolg am Schachbrett. Dagegen ist von temperamentvollen Taktiken, die mehr auf der Brechstange als etwas anderem beruhen eher abzuraten. Jede Figur, die man im Spiel verliert, könnte man später wieder einmal benötigen, also sollte man vor allem auch vorsichtig mit seinen eigenen Ressourcen umgehen. Dennoch gehören Verluste und Misserfolge halt zum Schach wie sie auch zu anderen Spielen und Sportarten gehören. Im Mittelpunkt sollte immer noch der Spass stehen.